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Ratgeber Pflege & Pflegekasse

Pflegegrade 1–5: Leistungen und Beträge 2026 im Überblick

Redaktion Pflege-VZAktualisiert: 1. Juli 2026
Pflegeberaterin erklärt einer Seniorin zu Hause die Pflegegrade 1 bis 5

Die Pflegeversicherung unterscheidet seit 2017 fünf Pflegegrade, die den Grad der Selbstständigkeit abbilden. 2026 erhalten Pflegebedürftige je nach Pflegegrad zwischen 131 € Entlastungsbetrag (Pflegegrad 1) und 2.299 € Pflegesachleistungen monatlich (Pflegegrad 5). Die Einstufung erfolgt durch den Medizinischen Dienst nach §18 SGB XI anhand eines Punktesystems von 0 bis 100.

Was sind Pflegegrade?

Pflegegrade messen, wie stark die Selbstständigkeit einer Person beeinträchtigt ist. Sie ersetzen seit 2017 die früheren drei Pflegestufen und entscheiden über die Höhe aller Leistungen der Pflegeversicherung — vom Pflegegeld bis zur vollstationären Pflege.

Die Begutachtung erfolgt nach dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA). Geprüft werden sechs Lebensbereiche: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen sowie Alltagsleben und soziale Kontakte.

Aus den Modulen ergibt sich ein Punktwert zwischen 0 und 100. Ab 12,5 Punkten wird Pflegegrad 1 zuerkannt, ab 90 Punkten Pflegegrad 5.

Welche Leistungen gibt es je Pflegegrad 2026?

Die Pflegeversicherung zahlt 2026 Pflegegeld zwischen 347 € und 990 € oder Pflegesachleistungen zwischen 796 € und 2.299 € monatlich. Der Entlastungsbetrag von 131 € steht allen Pflegegraden zu.

Pflegegeld und Pflegesachleistungen lassen sich kombinieren (Kombinationsleistung): Wer die Sachleistung nur teilweise ausschöpft, erhält das Pflegegeld anteilig weiter.

Leistung (monatlich)PG 1PG 2PG 3PG 4PG 5
Pflegegeld (§37 SGB XI)—347 €599 €800 €990 €
Pflegesachleistungen (§36 SGB XI)—796 €1.497 €1.859 €2.299 €
Tages-/Nachtpflege (§41 SGB XI)—721 €1.357 €1.685 €2.085 €
Entlastungsbetrag (§45b SGB XI)131 €131 €131 €131 €131 €
Gemeinsamer Jahresbetrag Verhinderungs-/Kurzzeitpflege (§42a SGB XI, jährlich)—3.539 €3.539 €3.539 €3.539 €

Wie wird der Pflegegrad ermittelt?

Der Medizinische Dienst (MD) begutachtet die pflegebedürftige Person zu Hause und vergibt Punkte in sechs Modulen. Die Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent am stärksten. Aus der Gesamtpunktzahl von 0 bis 100 ergibt sich der Pflegegrad.

PflegegradPunkteBeeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 112,5 – unter 27gering
Pflegegrad 227 – unter 47,5erheblich
Pflegegrad 347,5 – unter 70schwer
Pflegegrad 470 – unter 90schwerst
Pflegegrad 590 – 100schwerst mit besonderen Anforderungen an die Pflege

Was bedeutet Pflegegrad 1?

Pflegegrad 1 erhalten Personen mit geringer Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (12,5 bis unter 27 Punkte). Es gibt kein Pflegegeld und keine Pflegesachleistungen — aber den Entlastungsbetrag von 131 € monatlich sowie Zuschüsse für Wohnraumanpassung und Hausnotruf.

Der Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI kann für Betreuungsgruppen, Alltagsbegleitung, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Angebote ambulanter Pflegedienste eingesetzt werden. Alle Leistungen und die geplanten Änderungen für 2027 erklärt der Ratgeber Pflegegrad 1.

Was bedeutet Pflegegrad 2?

Pflegegrad 2 setzt eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit voraus (27 bis unter 47,5 Punkte). 2026 stehen 347 € Pflegegeld oder 796 € Pflegesachleistungen monatlich zur Verfügung — plus der Gemeinsame Jahresbetrag von 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Pflegegrad 2 ist der häufigste Einstiegs-Pflegegrad für die Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes: Ab hier übernimmt die Pflegekasse Sachleistungen, die der Pflegedienst direkt mit ihr abrechnet.

Typische Leistungsbilder: Unterstützung bei Körperpflege und Nahrungsaufnahme, Hilfe beim An- und Auskleiden, hauswirtschaftliche Versorgung. Alle Beträge, Rechenbeispiele und Tipps zum Antrag erklärt der Ratgeber Pflegegrad 2.

Was bedeuten Pflegegrad 3, 4 und 5?

Pflegegrad 3 (1.497 € Sachleistung), Pflegegrad 4 (1.859 €) und Pflegegrad 5 (2.299 €) decken schwere bis schwerste Beeinträchtigungen ab. Alle Beträge und Rechenbeispiele für die mittlere Stufe erklärt der Ratgeber Pflegegrad 3. Ab Pflegegrad 3 ist häufig eine tägliche Versorgung durch einen Pflegedienst notwendig, ab Pflegegrad 4 mehrmals täglich. Alle Beträge und Rechenbeispiele für die vierte Stufe erklärt der Ratgeber Pflegegrad 4.

Pflegegrad 5 umfasst zusätzlich besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung — etwa bei vollständiger Immobilität mit erschwerter Lagerung oder ausgeprägten kognitiven Einschränkungen. Alle Beträge und Rechenbeispiele für die höchste Stufe erklärt der Ratgeber Pflegegrad 5.

Was tun, wenn der Pflegegrad abgelehnt oder zu niedrig eingestuft wurde?

Gegen den Bescheid der Pflegekasse können Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Fordern Sie das MD-Gutachten an, prüfen Sie die Punktevergabe in den sechs Modulen und begründen Sie den Widerspruch konkret anhand des Pflegealltags.

In der Praxis führt ein erheblicher Teil der Widersprüche zu einer Höherstufung — insbesondere wenn ein Pflegetagebuch geführt wurde, das den tatsächlichen Hilfebedarf dokumentiert.

Häufige Fragen

Nach Erstgespräch und Pflegevertrag beginnt die ambulante Pflege in der Regel innerhalb von 3 bis 7 Werktagen. Nach einer Krankenhausentlassung ist eine Versorgung oft innerhalb von 24 bis 48 Stunden möglich, wenn der Dienst freie Kapazitäten in der Tour hat.

Am schnellsten per Telefon: Nennen Sie Adresse, Pflegegrad und den gewünschten Beginn. Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten der Verwaltung stehen auf jedem Profil bei Pflege-VZ. Alternativ gibt der Pflegedienst-Finder Ihre Anfrage an einen passenden Dienst weiter.

Es gibt fünf Pflegegrade. Pflegegrad 1 steht für geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, Pflegegrad 5 für schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Die Einstufung erfolgt nach einem Punktesystem von 0 bis 100.

Bei Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse 2026 347 € Pflegegeld monatlich (bei Pflege durch Angehörige) oder 796 € Pflegesachleistungen (bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst). Beides ist kombinierbar.

Nein. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld und keine Pflegesachleistungen. Es besteht aber Anspruch auf den Entlastungsbetrag von 131 € monatlich sowie auf Zuschüsse für Wohnraumanpassung bis 4.180 € je Maßnahme.

Ja, über die Kombinationsleistung. Wer die Pflegesachleistungen nur anteilig nutzt, erhält das Pflegegeld entsprechend anteilig weiter. Beispiel: Werden 60 Prozent der Sachleistung ausgeschöpft, gibt es noch 40 Prozent des Pflegegeldes.

Die Leistungsbeträge wurden zuletzt zum 1. Januar 2025 um 4,5 Prozent angehoben und gelten 2026 unverändert. Die nächste reguläre Anpassung ist für 2028 vorgesehen und soll sich an der Kerninflation der drei Vorjahre orientieren.

Nicht sofort. Der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich kann innerhalb des Kalenderjahres angespart werden. Nicht verbrauchte Beträge lassen sich bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen — danach verfallen sie.

Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI bis 796 € (Pflegegrad 2), 1.497 € (3), 1.859 € (4) und 2.299 € (5) monatlich. Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung zahlt die Krankenkasse zusätzlich. Was über das Budget hinausgeht, tragen Sie selbst; der Kostenvoranschlag nach § 120 Abs. 3 SGB XI zeigt das vorab.

Ja. Den Pflegevertrag können Sie nach § 120 Abs. 2 SGB XI jederzeit ohne Frist kündigen; innerhalb von zwei Wochen nach dem ersten Einsatz sogar ohne Angabe von Gründen. Der neue Pflegedienst rechnet ab dem Wechsel direkt mit Ihrer Pflegekasse ab, ein neuer Antrag ist nicht nötig.

Quellen und Hinweise

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion Pflege-VZ auf Basis der unten genannten Primärquellen erstellt und wird bei Gesetzes- oder Betragsänderungen aktualisiert. Alle Leistungsbeträge entsprechen dem Stand 2026.

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Pflegeberatung. Verbindliche Auskünfte zum Einzelfall erteilt die zuständige Pflegekasse; einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI hat jede pflegebedürftige Person. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Arzt, Ärztin oder eine Pflegefachkraft.

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